Pressebericht aus der Tageszeitung Rheinpfalz vom 18.03.2011 - Am Poller scheiden sich die Geister -

Veröffentlicht am 18.03.2011 in Pressemitteilung

Einen Meter hoch und rot-weiß lackiert ist das Objekt, das Anlieger in der Oggersheimer Schlossgasse in Wallung bringt. Neben den erzürnten Gegnern gibt es aber auch Befürworter, die sich über die Ruhe vom Verkehrslärm freuen. Ein Poller teilt nicht nur die Straße, sondern scheidet auch die Geister.

Begonnen hat alles im November, als die Stadt auf den Wunsch einiger Anwohner hin mitten auf die Gasse einen Poller setzte, um das Durchfahren an dieser stelle zu stoppen. Weil das Hindernis zunächst grau gewesen sei und damit wohl nicht den Vorschriften entsprochen habe, sei es nach einem Tag wieder entfernt worden, vermutet Ingrid Körner, die für die SPD im Ortsbeirat sitzt. Einige Wochen später stand dann plötzlich der ror-weiße Stopper da.

Damit begannen für viele Betroffene- in der Straße liegen eine Schule, zwei Kindertagesstätten und die Sozialstation – die Probleme. Ein Anwohner zum Beispiel, neben dessen Haus der Poller steht, muss einen weiten Umweg in Kauf nehmen, um sein Auto in der Garage abstellen zu können. Auch ein Notarzt sei nicht durchgekommen, habe zeitraubend ausweichen müssen, beobachtete Ingrid Körner, die sich wie zahlreiche Nachbarn gegen die Absperrung einsetzt. „Ich wohne seit über 20 Jahren hier. Die Schlossgasse war schon immer eine öffentliche Straße“, sagt sie. Rund 90 Unterschriften hat sie mittlerweile gegen die Absperrung gesammelt, zu der vorher niemand gefragt worden sei.

Durch diese Absperrung habe sich die Verkehrssituation vor der Schloss-Schule zusätzlich verschärft, stellt deren Leiter Josef Fiedler in einem Brief an Ortsvorsteher Dieter Heintz(CDU) fest. Viele Verkehrsteilnehmer würden vor der Schule drehen, weil sie sehen, dass sie in der Schnabelbrunnengasse nicht weiterkommen. Das sei vor der Absperrung auch der Fall gewesen, habe sich aber durch den Poller wesentlich verschärft. Hinzu komm, dass alle Anwohner und ein Teil des Kollegiums nicht mehr über die Schlossgasse wegfahren könnten. Fiedler weiter: „Da wir eine Ganztagsschule sind und am Nachmittag auch die Schüler der Klassen 1 bis 4 an unserer Hauptstelle unterrichtet werden, kommt der gesamte Bustransport noch erschwerend dazu.“ Die Sicherheit der Schüler werde unnötig gefährdet – wobei er auch das Bedürfnis der Anwohner im unteren Teil der Schlossgasse nach Ruhe nachvollziehen könne, so der Schulleiter. Aber die müsse mit Sicherheit von Kindern abgewogen werden. Überrascht habe ihn besonders, „dass es einen Lokaltermin gab, an dessen Ende die Entscheidung stand, die Schlossgasse zu sperren, ohne dass die Schule als größter und zudem städtischer Anlieger dazu gehörte wurde.“

„Ich kann damit leben, dass der Poller steht oder wegkommt“, betonte
Ortsvorsteher Dieter Heintz. Erreicht werde mit dem Hindernis, dass die
vielen Verkehrsteilnehmer von außerhalb die Schlossgasse nicht mehr
als Schleichweg nutzen könnten. Bei dem Lokaltermin habe man fest-
gestellt, dass ohne Poller innerhalb kurzer zeit 20 Autos durchgefahren
seien.

Mit einem Eilantrag will nun die SPD erreichen, dass die Pollerfrage
noch einmal auf die Tagesordnung der nächsten Ortsbeiratssitzung kommt.

 

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